Volland, F. W. A.

Die örtlichen Gegebenheiten, auf die der 23jährige Friedrich Wilhelm August Volland als Absolvent des Weimarer Gymnasiums beim Antritt seiner Schuldienerstelle in dem kleinen Dörfchen Ettersburg bei Weimar traf, müssen überaus schwierig gewesen sein. Schon am 15.01.1798 richtet Volland die erste Beschwerde über das Schulhaus an die Grossherzogliche Kammer. Darauf folgen weitere, die den "Kantor Volland mit seiner nur aufs Querulieren hinauslaufenden Behelligung" (wie in den Konsistorialakten vermerkt wird) rasch bei Hofe bekannt machen. Bekannt wird Volland in späteren Jahren jedoch vor allem durch die Vielzahl der von ihm komponierten kirchenmusikalischen Werke - oft waren die zumeist in Thüringen "Kantor" genannten Dorflehrer selbst Komponisten der Kirchenmusiken -, die in erster Linie zur Aufführung durch seinen eigenen Adjuvantenchor, gelegentlich aber auch im Auftrage entstanden sein dürften und ihm später weiten Ruhm über Thüringens Grenzen hinaus sowie Leihgebühren auf seine Werke von "wöchentlich 1 Sgr" [Silbergroschen] eingebracht haben. Der Sächsi- sche Hoforganist zu Weimar, Alexander Wilhelm Gottschalg, schreibt in dem von ihm 1895 herausgegebenen "Centralblatt für Instrumentalmusik, Solo- und Chorgesang" von "gegen 800" kirchenmusikalischen Werken, die der "alte wackere Kantor" komponiert haben soll. Die Richtigkeit dieser Behauptung erscheint in Anbetracht der musikalischen Potenz der heute bekann- ten Werke fragwürdig. Sie läßt sich jedoch anhand der wenigen überlieferten Dokumente, die Einsicht in Leben und Schaffen von Friedrich Wilhelm August Volland geben, weder bestätigen noch widerlegen.