Sporck, Jo

Biografie:

Der niederländische Komponist Jo Sporck (Heerlen, 1953) wurde in den südlichen Niederlanden geboren, einer Gegend mit einer reichen Musiktradition.
In früher Jugend manifestierte sich dort schon seine musikalische Begabung als Sopranist eines Kirchenchores. Seine ersten Kompositionsskizzen entstanden zur selben Zeit, da er als Elfjähriger seine ersten Klavierstunden erhielt.
Anfangs hatte er sich als Chemiestudent eingeschrieben, aber schließlich entschied er sich für eine Ausbildung am Maastrichter Konservatorium, wo er sein Klavierstudium erfolgreich mit einem Solistendiplom abschloß. Anschließend absolvierte er ein Kompositionsstudium in Tilburg, wo er heute als Kritiker, Komponist und Pianist lebt und arbeitet.
Im Jahre 1983 lenkte er mit der Aufführung seines ersten Orchesterwerks "Metamorphose III" während der Gaudeamus Musikwoche in Den Haag die Aufmerksamkeit auf sich. Bald darauf richtete internationales Interesse sich auf ihn, zunächst aus Moskau, wo viele von seinen Werken ihre Uraufführung erlebten.
Nicht nur in Europa, sondern auch in den Vereinigten Staaten und Südamerika stand seine Musik auf dem Programm mehrerer Festspiele. Die Presse und auch bedeutende Komponisten äußerten sich lobend über sein Werk: Denisov über Sporcks Entrain: 'faszinierende Musik' und Lutoslawski zu Sporcks Musik: 'Eine äußerst fesselnde Welt'.
Kammermusik bildet das Herz seines Schaffens, das über hundert Werke umfaßt, in denen Virtuosität und Intensität vorherrschen. Trotz avantgardistischer Tendenzen pflegt Sporck vor allem die Melodie, die er aus selbstentworfenen Formeln von Tonreihen und den damit verbundenen Zusammenklängen herleitet. Namentlich seine Retorsie-Werke illustrieren dies.
Seine unabhängige Stellungnahme resultiert in einer einzigartigen Position innerhalb der zeitgenössischen Musik, mit sehr erkennbarem, persönlichem Idiom. Vielleicht typisiert eine Kritik des britischen "The Strad" anlässlich der Veröffentlichung der Kammermusik-CD "Silent days" seine Musik noch am deutlichsten: "Delicately constructed and habiting a vivid sound world, discordant yet divine".